Das Projekt Lives wird im Rahmen der Interreg V-A Euregio Maas-Rhein mit 735.300 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung durchgeführt.

Francis Telen, die treibenden Kräfte hinter schwimmendem Müll

 

Francis Telen sorgt ehrenamtlich für eine saubere Umgebung für alle. Die LIVES-Partner haben sich verpflichtet, Abfälle und Plastik in der Maas und ihren Nebenflüssen so weit wie möglich zu begrenzen. In diesem Zusammenhang teilte die Flämische Umweltgesellschaft (VMM) im Oktober 2020 mit, dass sie mehr als 10 Schmutzfallen im Einzugsgebiet der Maas und des Demer aufgestellt habe. Aber nur Orten genügt nicht. Der Schutz muβ auch entfernt werden. Glücklicherweise gibt es Freiwillige wie Francis Telen, die diesen manchmal lästigen Job mit Liebe übernehmen.

Francis Telen, Gebietsleiter

Francis Telen arbeitet seit Jahren ehrenamtlich beim Limburgs Landschap vzw. Limburgs Landschap vzw ist ein naturverwalteter Verein, der rund 3000 Hektar Natur in Belgisch-Limburg bewirtschaftet. “Vor etwa zehn Jahren wurde ich als Kurator des Naturschutzgebietes Tösch-Langeren ernannt”, sagt Francis. “Tösch-Langeren ist ein Naturschutzgebiet zwischen Neeroeteren und Maaseik, direkt westlich von Wurfeld. Es ist Teil des Schootsheide-Komplexes und gehört Limburgs Landschap vzw. Die Fläche beträgt 97,5 ha und besteht aus zwei Teilen: Tösch im Süden und Langeren im Norden der Bosbeek. Zusammen mit vier weiteren Freiwilligen führen wir das Management in diesem Bereich durch. Warum? Wie eine indische Weisheit verkündet: Wir haben die Welt nicht von unseren Eltern geerbt, sondern als Leihgabe von unseren Kindern.”

Francis Telen die het drijfafval uit de Maas haalt

Was sind die täglichen Aufgaben?

Francis und seine Mitfreiwilligen sind jeden Mittwoch in Bereitschaft. Das Überprüfen und Entleeren der Schmutzfalle ist dann die erste Aufgabe die erledigt wird, dann ist der Rest des Bereichs an der Reihe. “Wenn wir in unserer Gegend sind, räumen wir sofort den Müll auf. Schmutz zieht Schmutz an! Am Ende unseres Tagesjobs legen wir die Müllsacke an einen vereinbarten Ort, an den die Menschen der Gemeinde ihn bringen. Wenn sich ungewöhnlich viel Schmutz (viel Styropor) darin befindet oder Raritäten passieren (jemand hatte neulich seinen Komposthaufen in den Bach geworfen), werden wir von den Nachbarn benachrichtigt und greifen ein. Leider ist dies ein paar Mal im Jahr der Fall”, sagte Francis. Der Schmutzfang ist von einem Rad-/Wanderweg aus sichtbar. “Das bringt die Leute hoffentlich zum Nachdenken”, fuhr Francis fort. “Viele haben Respekt und Bewunderung für unsere Arbeit, andere fragen sich, warum wir den Schmutz anderer Menschen ‘aufräumen’ müssen.”


Francis Telen met een aanhanger vol drijfafval

Auf welche Raritäten ist Francis Telen beim Aufräumen gestoßen?

Wie in vielen anderen Bereichen werden die Ufer und das Bett der Bosbeek während einer jährlichen Aufräumaktion gereinigt. Francis: “Als wir vor 5 Jahren damit begannen, sammelten wir 90 Müllsäcke mit Abfällen auf einer Länge von knapp 2,2 km (gesamte Länge des Baches in diesem Gebiet). Dieser Schmutz hat sich im Laufe der Jahre angesammelt und kommt mit der Zeit wieder an die Oberfläche. Manchmal gibt es seltsame Dinge dazwischen wie ein Wasserbett und ein Aquarium. Die Logik der Dumper muss gewesen sein: “Wenn es schwimmt, ist es grün oder es hat etwas mit Wasser zu tun, dann kann es im Bach”. Darüber hinaus machen Flaschen und Dosen die Mehrheit aus. Tennisbälle sind ebenfalls üblich. Wir haben diesbezüglich mit dem örtlichen Tennisverband gesprochen. Wir haben auch mal Teile eines Daches einer alten Scheune gefunden. Aufgrund der Asbestgefahr müssen diese Abfälle vorsichtig entfernt werden. Die Sicherheit der Freiwilligen steht an erster Stelle! Am ärgerlichsten sind die Tüten mit Hundekot, wovon ich mich Frage ob die Lösung das Ziel nicht verfehlt. Abfall von Rasenmäher ist auch ein Problem: wir können das Heu nicht mit Hand aus dem Bach holen, aber es behindert den Wasserabfluss. Die Leute denken einfach nicht darüber nach, welche negativen Auswirkungen ihre Handlung auf das Funktionieren eines Baches haben kann.”

Drijfvuil in de Maas en haar zijrivieren

Verbesserung steht an!

Francis glaubt an die Lernfähigkeit der Menschen, hofft aber auch auf Regieführung von oben. “Es gibt sicherlich eine Reduzierung im Vergleich zu die Situation vor fünf Jahren, als wir mit der Reinigung des Baches begannen. Aber natürlich gibt es immer “Die Hards”, die nie lernen wollen. Das LIVES-Projekt wird sicherlich dazu beitragen, (Plastik-)Abfälle in unseren Gewässern zu reduzieren.” Entwicklungen wie weniger Verpackung und Pfand werden sicherlich helfen, meint Francis. “Ich denke, das ist eine wichtige Aufgabe für die Regierung. Eine Anleitung durch Kommunen und regionale (und nationale) Regierungen ist absolut notwendig. Auch die ständige Sensibilisierung, am besten auf möglichst persönliche Weise oder zum Beispiel mit Hilfe beliebter/bekannter Personen, kann helfen. Vor allem aber auch persönlich die lokalen und regionalen Radsport-, Wandervereine, Nachbarschaftsvereine etc. ansprechen und auf deren Verantwortung hinweisen. Vielleicht würden mehr Kontrollemaβnahmen helfen, denn im Moment sind die Chancen erwischt zu werden recht gering. Darüber hinaus sind die Geldbußen für illegales Dumping jetzt sehr niedrig. Aber, um positiv zu schließen: Verbesserung stehen an!”.

 

Jul 12, 2021 | 0 Kommentare

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